Als Meister der Elektrotechnik bin ich für die betriebliche Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik zuständig, begleite die Auszubildenden während ihrer Zeit bei der RheinEnergie. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit und immer wieder eine Herausforderung, denn ich muss mich immer wieder auf neue Menschen einstellen.
Im Vordergrund steht sicherlich die berufliche Qualifikation junger Männer und Frauen. Dies allein allerdings genügt sicher nicht. Als Ausbilder erfüllt man zusätzlich immer auch eine Erziehungsaufgabe. Das macht ja meine Stelle so spannend: Man muss sich immer wieder auf neue Menschen einstellen und dabei versuchen, jedem gerecht zu werden. Der eine braucht vielleicht ein bisschen mehr Lob, die andere eher einen Schubs. Es sind ja Menschen. Und die sind nun mal unterschiedlich. Mit einer 0/8/15--Strategie kommt man da nicht weit.
Wichtig ist bei meiner Arbeit der Grundsatz: „Fördern und Fordern“. Es bringt gar nichts, den Auszubildenden kaum erfüllbare Leistungen abzuverlangen; Langeweile ist allerdings ebenfalls wenig hilfreich. Deshalb muss man möglichst schnell herausfinden, wo einem Auszubildenden der Schuh drückt. Dabei sind manchmal auch persönliche Probleme zu besprechen und zu lösen, denn viele sind mit 17 oder 18 Jahren doch noch sehr jung. Ich begegne den jungen Leuten mit Respekt. Deshalb entsteht in der Regel schon nach kurzer Zeit ein vertrauensvolles Verhältnis, das für meine Arbeit ganz wichtig ist.
Seit 1993 bilde ich junge Menschen aus. Bis 2008 habe ich, neben meiner Tätigkeit bei der RheinEnergie, als Dozent bei der Handwerkskammer Köln die Ausbildung der Meisterschüler begleitet. Ein reiner Theoretiker war ich aber nie. Bis ich 2002 Ausbilder wurde, habe ich in verschiedenen Abteilungen der RheinEnergie gearbeitet. Dieser Praxisbezug ist ganz wichtig. Man ist ja schließlich auch Vorbild. Wenn ich als Ausbilder ein Thema behandle, sollte ich nicht nur wissen, worüber ich rede, sondern auch können, was ich später von den Auszubildenden verlange.
Meine Aufgabe macht mir noch immer riesigen Spaß. Stolz bin ich am ehesten darauf, dass bei mittlerweile rund 150 jungen Leuten, die ich ins Berufsleben geführt habe, nur zwei Auszubildende ihre Ausbildung abgebrochen haben. Offensichtlich mache ich also einiges richtig.